Glossar

Parfumlounge Duft-Diktionär - Alle Duftnoten auf einen Blick

>> Absinth/Wermut: Eigentlich kennt man Absinth nur in flüssiger Form – nämlich als berühmt-berüchtigten Wermut-Schnaps. Das Heilkraut aus der Familie der Korbblütler gilt aufgrund seiner Bitterstoffe als verdauungsanregend und immunstärkend. Wermut steht mit seinen stark duftenden Blüten aber auch für einen charakteristischen, süß-würzigen Geruch, den Avantgarde-Parfümeure neu für sich entdeckt haben. Ende des 19. Jahrhunderts galt der Branntwein mit seinem hohen Alkoholgehalt als DAS Getränk der Bohème des fin siècle – der Denker, Literaten und Musiker jener Epoche der Dekadenz und Ausschweifungen. Der Mischung aus Wermutkraut (Bitterem Beifuß), Anis- und Fenchelauszügen sowie vielen anderen Kräutern wurde eine derart halluzinogene Wirkung nachgesagt, dass Absinth in Europa und Amerika zeitweise sogar verboten war. Namhafte Künstler wie Hemingway, Picasso und van Gogh schätzten den Schnaps. Letzter soll sich im Absinth-Rausch sogar ein Ohr abgeschnitten haben… Der Duft von Absinth ist dank Wermut und Anis sehr prägnant und wird daher auch in der Parfümherstellung als würzige Beimischung geschätzt – ganz ohne Rauschwirkung.

>> Aquatisch: Für Saubermänner: Die Duftrichtung aquatisch beschreibt überwiegend Herren-Parfüms, die die Frische des salzigen Meeres einschließen, an die Klarheit und Leichtigkeit von Wasser erinnern und für pure Reinheit stehen. Der Siegeszug des aquatischen Duftcharakters begann in den 90-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit dem Megaseller „Cool Water“ von Davidoff, weil die Werbung den Duft auch visuell perfekt inszenierte. Den Ausschlag geben hierbei Minze und Lavendel in der Kopfnote.

>> Absolues: Sie sind die hochkonzentrierte Form von ätherischen Ölen aus pflanzlichen Rohstoffen wie Blättern, Schalen oder Blüten. Ätherische Öle entstehen durch den Entzug von Wasserstoff, also durch Destillationsverfahren. Absolues hingegen gewinnt man, indem man das Pflanzenmaterial in Ethanol und Methanol einlegt und die Lösungsmittel anschließend durch aufwendige Verfahren extrahiert. Zurück bleibt eine ölige Paste, die – mit Alkohol versetzt – intensiver und authentischer duftet als normale ätherische Öle. Beim Rosen-Absolue etwa wird der Unterschied besonders deutlich. Beispiel: Contessa di Castiglione Gold. Aus einigen empfindsamen Pflanzen oder Blüten wie Jasmin lassen sich grundsätzlich nur Absolues gewinnen.

>> Agarholz/Oud: Das Duftharz riecht sehr charakteristisch, ein bisschen gewöhnungsbedürftig, warm, sexy, beinahe animalisch und ist der Inbegriff des erotisierenden Parfüms: Oud. In arabischen Ländern traditionell als Herrenduft verwendet, erkannten westliche Parfümeure seine enorme Kraft erst vor gut einer Dekade. Gewonnen wird Oud aus dem von einem Pilz befallenen Harz des Adlerholzbaumes. Es kostet mehr als Gold: Für gereinigtes Harz zahlen Abnehmer bis zu 50.000 Euro pro Kilo. Aber auch das Kernholz des Baumes (Agarholz oder Adlerholz) riecht angenehm holzig und ist das teuerste Holz der Erde.

>> Akazienblüte: Der in den Subtropen beheimatete Akazien-Strauch oder -baum ist auch hierzulande mit seinen federartigen Blättern und Dornen ein beliebtes Ziergehölz. Sprechen wir von Akazienblüten, sind meist die Blüten der falschen Akazie (Robine) gemeint. Sie werden in der modernen Küche ebenso geschätzt wie in der Parfümherstellung. Aufgrund ihres zarten, lieblich-blumigen Aromas sind die Blüten auch bei Bienen beliebt. Akazienhonig gehört zu den feinsten Honigarten. Die Akazienbäume der Savanne zeichnet eine Besonderheit aus: Sie können kommunizieren! Zumindest mit benachbarten Akazienbäumen. Sobald eine Giraffe die Blätter anknabbert, werden Botenstoffe ausgesandt, die eine vermehrte Produktion von bitteren Tanninen  bewirken. Die Blätter werden so ungenießbar.

>> Aldehyde: Neben natürlichen Nuancen, etwa aus ätherischen Ölen, gibt es auch chemisch hergestellte Duftaromen, die besonderes lange anhalten und intensiv riechen. Aldehyde stehen wörtlich übersetzt für dehydrierten Alkohol, also Alkohol, dem Wasserstoff entzogen wurde. Der bekannteste Aldehyd ist Vanillin, der als Vanillearoma eingesetzt wird. Die chemische Verbindung C7 steht für ein intensives Orangenaroma. Daneben gibt es viele weitere blumige, zitrusartige oder holzig-warme Noten. Man höre und staune: Auch im berühmtesten aller Parfüm-Klassiker, Chancel No. 5 (entstanden im Jahr 1921), sorgen Aldehyde für das gewisse Etwas.

>> Ambrettesamen: (Bisameibisch/Abelmoschus) Es duftet intensiv würzig, sinnlich und moschusartig und ihm wir eine enorme erotisierende Wirkung nachgesagt: Als Ambrette bezeichnet man das dunkle Moschuskernöl aus den Samen des krautigen Abelmoschus-Strauchs. Gewonnen wir das kostbare Öl  durch Dampfdestillation. Die synthetisch hergestellte Variante ist günstiger.

>> Amber: Holt jeden noch so schwebenden Duft zurück auf den Boden: Amber ist für Parfümeure so wie pures Gold für den Goldschmied. Ursprünglich aus dem Magen von Walen ins Meer gespült, wird der markante Duftstoff Ambrein heute überwiegend synthetisch hergestellt und dient zumeist als Basisnote, um einen durchkomponierten Duftakkord abzurunden. Der Geruch ist balsamisch, trocken, holzig-rauchig und ihm wird eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt.

>> Anis: Man höre und staune: Schon im 7. Jahrhundert v. Chr. kannten und schätzten Inder, Ägypter und Griechen die heilende Wirkungsweise und den wohligen Geruch der Gewürzpflanze Anis. Das ätherische Öl wird aus den Samen gewonnen und hilft gegen Husten – wurde aber ehedem auch als Gegenmittel bei Schlangenbissen eingesetzt. Verbacken oder verkocht macht Anis – ebenso wie Kümmel – viele Gerichte bekömmlicher und leichter verdaulich. Heute verbinden Menschen den Anis-Geruch vor allem mit Plätzchen und Bonbons – und Weihnachten.

>> Artemisia (Duftraute): Aufgrund ihrer Wirkung bei Frauenleiden wurde die Heil- und Gewürzpflanze Artemisia (Duftraute) aus der Familie der Korbblütler bereits bei den alten Griechen genutzt. Die Göttin Artemis Ilithyia trägt ihren Namen. Das Öl aus dem duftenden Laub einiger Unterarten (etwa Wermut, Beifuß und Edelraute) wird mehr und mehr wiederentdeckt und Dank seines süßlich-warmen Geruchs gerne in der modernen Aromatherapie sowie zur Parfümherstellung eingesetzt. Der Trend zur Nutzung uralter Duftstoffe setzt sich mehr und mehr fort.

>> Ägyptische Geranie: Nicht zu verwechseln mit dem eher unangenehmen Geruch der Geranien hierzulande! Das essenzielle Öl der Ägyptischen Geranie wird oft als Rosen-Geranie bezeichnet. Nicht ohne Grund: das süßlich-liebliche Aroma erinnert tatsächlich an die Rose. In Indien und Ägypten wird das Öl nicht nur als betörender Duft verwendet, der innere Balance und Ausgeglichenheit schenkt, sondern seit Jahrhunderten auch als Heilmittel gegen Hautkrankheiten eingesetzt.

>> Benzoin: Der weiß-gelbliche Feststoff mit einem intensiven Aroma kommt in der Natur im Balsamharz des tropischen Styrax-Baumes, respektive -Strauches vor. Sein Geruch wird gerne in der Aromatherapie eingesetzt und wirkt beruhigend, stimmungshebend und konzentrationsfördernd. In Parfüms sorgt er für orientalische und harzig-warme, beinahe schokoladige Noten. In Tempel-Weihrauch-Mischungen entfaltet Benzoin sein rauchiges Aroma.

>> Bergamotte: Das freche, grüne Früchtchen ist eine Mischung aus süßer Limette und Bitterorange und wird hauptsächlich wegen seines Duftes angebaut: Die Schale der Frucht enthält intensiv duftende ätherische Öle, die gerne in fruchtig-frischen Parfüms, aber auch als Aromastoff in Tees und anderen Lebensmitteln verwendet werden. Vor allem im lebhaft-spritzigen Eau de Cologne ist zumeist Bergamotte enthalten. Nicht zu verwechseln ist die Zitrusfrucht (auch Sour Orange) mit der ursprünglichen Bergamotte, einer Birnensorte.

>> Blumige Noten: Fast alle Damendüfte (und sogar einige Herrenfragranzen) beinhalten blumige Noten. Die beliebtesten Absolues kommen dabei von Rose und Jasmin, gefolgt von Maiglöckchen, Tuberose und Iris. Eine Mischung aus mehreren Blütendüften nennt man Bukett (oder auch Bouquet). Meist werden blumige mit anderen Duftrichtungen kombiniert – etwa mit fruchtigen oder zitrischen Noten. Kreationen, bei denen die Blütennoten dominieren, nennt man auch Soliflore. Dass ein Parfüm – wie etwa Tonatto Solista – NUR aus Blütenabsolues besteht, ist eher ungewöhnlich.

>> Boabab: Boabab ist die Bezeichnung für den afrikanischen Affenbrotbaum. Seit Jahrhunderten nutzen die Bewohner jeden Teil des mächtigen Baumes als Heilmittel – von der Wurzel über das Holz bis hin zu den Blättern und Früchten. Für Menschen und Elefanten ist der Baum ein wichtiger Wasserspender. Die pulverisierten Früchte gelten hierzulande mittlerweile als echtes Superfood. Sie sind reich an Vitamin C, Eisen und Antioxidantien. Aus dem Fruchtfleisch wird die duftende Boababmilch gewonnen, eine beliebte, exotisch duftende Ingredienz in Parfüms.

>> Cabreuvaholz: Das harz- und ölreiche Edelholz (Myrocarpus fastigiatus) wächst in Südamerika. Es duftet intensiv und holzig-angenehm, ähnlich wie Zedernholz. Außer in Parfüms findet sich naturreines Cabreuvaöl in Massageölen und Raumdüften. Nur wenige Tropfen geben einem Raum eine ganz besondere Atmosphäre. In der Aromatherapie und in der Frauenheilkunde wird es wegen seiner heilenden und pflegenden Eigenschaften geschätzt und soll sogar hormonell stabilisierend wirken.

>> Chypre-Duft: Die Duftfamilie umschreibt Parfüms mit einer zitronigen Kopfnote, einer blumigen Herznote sowie holzig-erdigen und/oder harzigen Aromen in der Basisnote. Der Begriff entstammt sozusagen dem Prototyp – dem Parfüm Chypre de Coty. Der Franzose François Coty erschuf den Bestseller 1917 und gilt als Gründer der modernen Parfümherstellung.

>> Cistrose: Neben dem Harz der Zistrose/Cistrose (siehe Labdanum) wird auch das aus den Blättern gewonnene Cistrosenöl für Parfüms verwendet. Ihm werden heilende und vor allem blutstillende Wirkungen zugeschrieben. Es riecht feinherb-süßlich und etwas nach Honig.

>> Cumarin: Der sehr ungewöhnlich-eigentümliche Duft- und Aromastoff Cumarin (auch Coumarin oder Kumarin, nicht zu verwechseln mit der Chillisorte Cumari!) kommt als sekundärer Pflanzenstoff in der Natur vor. Man kennt ihn vor allem von Zimt, aber auch von getrocknetem Waldmeister, Tonka-Bohnen und frischem Heu. Während eine höhere Menge Cumarin im Essen als gesundheitsgefährdend gilt, sind kosmetische Erzeugnisse und Parfümöle mit dem Aromastoff  laut Bundesinstitut für Risikobewertung absolut unbedenklich. Also: Augen zu und Duft genießen! Zimt gehört zu den klassischen Weihnachtsgewürzen.

>> Davana: Das Korbblütengewächs Davana (botanisch: Artemisia pallens, auch Fahlblättriger Beifuß genannt) überzeugt mit einem fruchtig-süßen, fast mangoähnlichen und etwas holzigen Aroma. Nur wenige Tropfen des aus den Blättern extrahierten Öls genügen, um Parfüms oder Cremes eine intensive exotische Note zu verleihen. Davana wird in Indien angebaut.

>> Destillation: Bei dem Verfahren zur Gewinnung von Duftstoffen aus Blüten, Blättern, Hölzern und Harzen löst kochendes Wasser Duftöle aus den verkleinerten Blüten- und Pflanzenteilen heraus. Der Prozess kann (etwa bei Holz) viele Stunden lang dauern. Das Kondensat enthält die wertvollen ätherischen Öle und führt nach der Abkühlung zu den „Huiles Essentielles“.

>> Ebanol: Ist ein hochwertiges synthetisches, aber sehr natürlich riechendes Aroma. Es verströmt das wohlige Odeur von holzig-warmem Sandelholz. Ebanol wird als Turbo, also als Duftraftverstärker eingesetzt, um das holzige Aroma intensiv und lang anhaltend zu kreieren.

>> Ebenholz (Ebony/Marblewood): It’s magic: Das schwarze oder braun-schwarz gestreifte, sehr dicke tropische Ebenholz zählt zu den kostbarsten und rarsten Holzarten der Erde. In der Mythologie wird dem Kernholz ohne Jahresringe eine magische Wirkung nachgesagt: Zauberstäbe werden oft aus Ebenholz gefertigt, und nicht umsonst hatte Schneewittchen Haar „schwarz wie Ebenholz“. In der Parfümherstellung ist das holzig-herbe Ebony Wood eine beliebte Basis-Ergänzung zu Vanille oder anderen balsamischen Akkorden.

>> Eichenmoos/Oak Moss (Mousse d’Arbre): Der Name ist irreführend, denn die Flechte Eichenmoos wächst durchaus auch auf anderen Bäumen – vorwiegend in Südeuropa. Besonders auf Kiefern bildet sie einen sehr typischen Geruch nach Wald, Moos und Erde aus, der zum beliebtesten Inhaltsstoff bei Herrenparfüms gilt. Eichenmoos-Absolues harmonieren wunderbar mit grünen Aromen wie Vetiver und Bergamotte oder feinen Zitrus-Nuancen.

>> Elemie: Elemie ist ein reines Naturprodukt und wird aus dem Harz des so genannten Manilaelemie-Baumes Canarium gewonnen, der in den asiatischen Tropen wächst. Auch fünf Kilogramm Harz wird etwa ein Liter Öl destilliert. Keine Sorge: Die Pflanze überlebt die „Ernte“. Kostbares Elemie duftet grün, würzig, erdig und wird gerne in Räuchermischungen verwendet. Besonders beliebt ist die lang anhaltende Nuance bei den Kreateuren hochpreisiger Herrendüfte. Nicht zuletzt, weil ihr eine stimmungsaufhellende (Neben)Wirkung nachgesagt wird…

>> Enfleurage: Die älteste Methode, um aus einem natürlichen Rohstoff einen kostbaren, lang anhaltenden Duft zu extrahieren. Dabei wird der Duftträger durch tierisches Fett absorbiert und anschließend mit Alkohol ausgewaschen. Es entsteht das „Absolue d`Enfleurage“.

>> Estragon: Das auch Drachen- oder Schlangenkraut genannte Gewürz verleiht vielen Gerichten den besonderen Pfiff und wird gerne in der französischen und italienischen Küche verwendet. Verantwortlich dafür ist der süß-herb-würzige Geschmack des Krautes, dem krampflösende Eigenschaften zugewiesen werden. Kreative Parfümeure lieben das ätherische Öl des Estragons wegen seines sehr aromatischen, unverwechselbaren, anisähnlichen Geruchs. Er gibt Damen- ebenso wie Herrenparfüms das gewisse Etwas.

>> Extraktion: Die gängigste Methode in der heutigen Parfümherstellung: Flüchtige Lösungsmittel (etwa Butan) entziehen den Pflanzenteilen (Blüten, Blättern) das duftende, salben- oder wachsartige Konkret (L‘Essence Concrète). Nach der Reinigung bleibt reines, hochpreisiges (Blüten)Öl übrig: die „L‘Essence Absolue“. Die höchsten Klassifizierungen sind „parfait“ und „prima“.

>> Expression: Das Verfahren zur Gewinnung von Duftstoffen nutzt unmittelbar die ätherischen Öle, die beispielsweise beim Aufbrechen der Schale einer Zitrusfrucht austreten.

>> Feigen: Parfüms mit Feigen-Aroma gelten als Anti-Stress-Düfte. Das Aroma der gesunden Super-Südfrucht aus der Familie der Maulbeergewächse, die seit mehr als 4.500 Jahren kultiviert wird, ist spannungsreich: Die Früchte selbst verströmen (frisch oder getrocknet) einen einzigartigen, frischen Duft, während die Blätter und Äste mehr grün-herb und holzig wirken. Nicht umsonst steht das Feigenblatt für Sinnlichkeit…In der Parfümherstellung wird die Feige erst seit den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts verwendet. Als Heilmittel hingegen ist sie hingegen seit Jahrtausenden bewährt, vor allem bei Verdauungsstörungen und Vitaminmangel, aber auch als Aphrodisiakum.

>> Galbanum: So nennt man den eingetrockneten Milchsaft (Gummiharz) aus der Wurzel der Doldenpflanze Ferula Erubescens aus dem Nahen Osten. Weil Galbanharz in der Frauenheilkunde Verwendung fand, nennt man es auch „Mutterharz“. Bei der Herstellung vor allem von Herrenparfüms dient der harzig-warm-würzige Geruch traditionell dazu, andere Noten zu fixieren. Beliebte Komponenten sind Lavendel oder Zitrusfrüchte. In der Aromatherapie wirkt Galbanum beruhigend und entspannend.

>> Gewürznelke: Wir kennen dieses traditionelle Weihnachtsgewürz aus Punsch, Lebkuchen und Räuchermischungen. Gewürznelken veredeln auch manches herzhafte (Wild)Gericht. Die scharf schmeckenden und stark duftenden getrockneten Blüten des Myrthengewächses stammen ursprünglich von den Molukken (den Gewürzinseln). Übrigens: Das enthaltene ätherische Öl wirkt antiseptisch und krampflösend und hilft gegen Zahnschmerzen – also bei Pein einfach eine Gewürznelke kauen! Der Duft der Gewürznelke, respektive des Nelkenöls, entfaltet sich würzig, warm, balsamisch und eine Spur süßlich.

>> Gourmand-Noten: Tja, wie beschreibt man einen Duft? Um dem Riechsinn im Wortsinn Ausdruckskraft zu verleihen, haben Designer so genannte „Duftrichtungen“ festgelegt und definiert. Damit die Sprache der Düfte leichter fällt. So unterscheidet man beispielsweise unter aquatisch, holzig oder Fougère-Note. Hinter der Duftrichtung Gourmand stehen Parfüms, die sich durch einen intensiven, süßlichen Charakter auszeichnen. Sie riechen nach Schokolade, Zuckerwatte, Mandeln und Karamell…

>> Grüne Noten: Grünen Note umschreibt einen naturnahen Duftcharakter, der an frisches Gras und saftige Blätter erinnert – etwa Zitronengras oder Blätter von Feigen, Efeu, Tomaten und Basilikum. Die gemischte Essenz „Grüne Noten“ kommt meist in der Kopfnote zum Tragen. Grüne Aromen passen besonders gut zu energiegeladenen, sportlichen Frauen und Männern.

>> Grüner Tee: Seit mehr als 4.000 Jahren schätzen Asiaten die Heilkraft und belebende Wirkung des Grünen Tees. Im Gegensatz zu Schwarzem Tee wird er nach dem Pflücken nicht fermentiert, sondern schonend erhitzt und getrocknet. Damit bleiben alle Aromen und auch Wirkstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Koffein erhalten. Heute gibt es rund 1.000 verschiedene Sorten aller Qualitätsstufen. Was den Duft angeht, so steht Grüner Tee für ein feines, zart-herbes, frisches Aroma, das besonders gut mit blumigen und süßlichen Noten harmoniert.

>> Guajak (Lignum Vitae): Der blaublühende Guajak-Baum gedeiht in Mittelamerika, Mexiko und in der Karibik. Sein Holz (auch Pokholz genannt) gehört zu den härtesten und schwersten Edelhölzern der Welt. Schon die Mayas verwendeten Gujak-Extrakte als Heilmittel, im 16. Jahrhundert wurden sie gegen Poken eingesetzt. Daher die lateinische Bezeichnung Lignum Vitae (Lebensbaum). Das ätherische Öl des Baumes duftet intensiv holzig-würzig, sein Harz wird auch in Räuchermischungen verarbeitet. Außerdem findet man Lignum-Vitae-Extrakte in Kräuterlikören und Tees.

>> Haselnuss/Noisette: Es gibt nicht viele Parfüms mit der Ingredienz Haselnuss. Schade eigentlich! Denn das Odeur umfasst zwei wunderbare Facetten: zum einen den würzig-holzigen Duft nach Herbst, Laub, Holz, Wald und Nüssen; zum anderen das süßherb-schokoladige Aroma gemahlener Haselnüsse. Zusammen mit bestimmten blumigen oder zitronigen Noten entsteht ein unvergleichliches Parfüm. Beispielsweise in Contessa di Castiglione Silver.

>> Heliotropin: Die lilafarbene Vanillepflanze Heliotrop (auch Sonnenwende genannt) verströmt auch auf unseren Balkonen und Terrassen ihren wunderbar süßlichen Geruch. Heliotropin erinnert zwar an die Vanillepflanze, besteht aber tatsächlich aus dem nach Vanille und Mandeln duftenden natürlichen Aromastoff Piperonal. Gerne verwendet übrigens auch in Schokolade.

>> Kardamom: Neben Vanille und Safran ist Kardamom eines der ältesten und beliebtesten Heil- und Gewürzpflanzen der Welt. Verwendet werden die Samen oder die gesamten getrockneten Kapselfrüchte der Ingwerpflanze, die in Indien und Asien zu Hause ist. Kardamom ist Hauptbestandteil eines jeden Currypulvers, eines Chai Tees und von weihnachtlichen Spekulatius-Plätzchen. Der Duft steht für ein unnachahmlich würziges, intensives Aroma mit einem leicht scharfen Ton. Das Absolue wird gerne in orientalischen Noten verwendet.

>> Irish Moss/Weißes Moos: Irish Moss ist eigentlich kein Moos. Gemeint ist aus dem Ozean angespülter Knorpeltang, der einen ganz besonderen, intensiven Duft nach Sand und Meer verströmt. So besonders, dass sogar eine ganze Kosmetikserie nach Irish Moss benannt ist. Bei Herren-Parfüms wird der Duft von Natur und Freiheit gerne mit hölzernen und erdigen Noten kombiniert.

>> Labdanum: Dieser Geruch fasziniert die Menschen seit Jahrtausenden: Labdanum, das Harz der Zistrose, wurde schon im Alten Ägypten für seinen warmen, harzigen und an Honig erinnernden Geruch geliebt und in Räuchermischungen verwendet. Die Aromatherapie verwendet nicht das Harz, sondern das aus den Blättern gewonnene Cistrosenöl, dem heilende und vor allem blutstillende Wirkungen zugeschrieben werden. Es riecht ebenfalls feinherb-süßlich und etwas nach Honig.

>> Leder: Ein Geruch, den beinahe jeder im Gedächtnis abrufen kann. Der Sessel des Großvaters, der Sattel des Lieblingspferdes, die besonderen Stiefel, der luxuriöse Handschuh. Wir verbinden das Aroma besonders (aber nicht nur) in Herrendüften mit Leidenschaft, Erfolg, Stärke und Sinnlichkeit. Auch Damen lieben die maskuline  Ausstrahlung von Leder. Allein: Wie kommt dieser Duft  in ein Parfüm? Vorweg: DEN Lederduft gibt es nicht! Der Gerbeprozess hinterlässt sogar einen eher unangenehmen Geruch. Also kaschierten die Handschuhmacher anno dazumal den Geruch ihrer kostbaren Produkte mit aromatischen Ölen – etwa Zibet, Amber und Moschus. Genau dieses Gemisch aus verschiedenen Essenzen verbinden wir noch heute mit „Leder“. In der Parfümherstellung wird unter dem eher süßlichen Spanischen Leder und dem strengeren Russischen Leder unterschieden. Allerdings wird das Aroma immer wieder neu definiert.

>> Lignum Vitae (Guajak): Der blaublühende Guajak-Baum gedeiht in Mittelamerika, Mexiko und in der Karibik. Sein Holz (auch Pokholz genannt) gehört zu den härtesten und schwersten Edelhölzern der Welt. Schon die Mayas verwendeten Gujak-Extrakte als Heilmittel, im 16. Jahrhundert wurden sie gegen Poken eingesetzt. Daher die lateinische Bezeichnung Lignum Vitae (Lebensbaum). Das ätherische Öl des Baumes duftet intensiv holzig-würzig, sein Harz wird auch in Räuchermischungen verarbeitet. Außerdem findet man Lignum-Vitae-Extrakte in Kräuterlikören und Tees.

>> Madagaskar Vanille: Die fein geriebenen und süß-aromatischen Vanilleschoten stammen von der Insel Madagaskar (einst Bourbon). Geläufig ist deshalb auch die Bezeichnung Bourbon-Vanille. Aufgrund ihrer Abgeschiedenheit gilt das Eiland vor der Westküste Afrikas als botanische Schatzinsel mit vielen seltenen oder gar einzigartigen Pflanzen. Der „sechste Kontinent“ ist die viertgrößte Insel der Welt. Bourbon Vanille ist eines der beliebtesten Gewürze der Welt. Das „schwarzes Gold“ findet als Gewürz beim Kochen und Backen Verwendung und ist ein wichtiger Bestandteil vieler beliebter Parfüms.

>> Magnolie: Auf einer seiner Reisen in die Karibik entdeckte der französische Botaniker Charles Plumier im 17. Jahrhundert einen immergrünen Strauch, dessen üppige Blütenpracht ihn schier überwältigte. Er benannte die Magnolie nach einem großen Kollegen seiner Zeit: Pierre Magnol, Mitglied der Pariser Akademie der Wissenschaften. Die Familie der Magnoliengewächse besteht aus 230 verschiedenen Arten und viele schmücken als Ziergehölz mit auffallend großen und schönen Blüten unsere Vorgärten. Der US-Bundesstaat Mississippi wird als „Magnolienstaat“ bezeichnet. Seit vielen Jahrzehnten ist das betörende, intensive, blumige und anhaltende Absolue der Magnolie ein beliebter Inhaltsstoff von Parfüms und Pflegeprodukten. Die Magnolie steht für den immerwährenden Frühling.

>> Marokkanische Rose: Dem intensiven Duftöl der marrokanischen Rose werden tiefenwirksame Kräfte zugeschrieben. Es ist feuchtigkeitsspendend und löst beim Auftragen Blockaden. In der langen Historie der Parfumherstellung wird kaum ein sinnlicherer Duft eingesetzt als das reine Rosen-Elexier.

>> Mazeration (Enfleurage à chaud): Die Weiterentwicklung der Duftgewinnung durch Enfleurage. Hierbei wird die Fett-Blüten-Masse zusätzlich mehrere Stunden lang gekocht, das „Absolue d`Enfleurage“ anschließend mit Alkohol ausgewaschen.

>> Minze: Zunächst muss zwischen Grüner Minze und Pfefferminze unterschieden werden. Denn Grüne Minze (Krausminze/Spearmint) duftet angenehm frisch, anregend und sportlich, aber süßer als Pfefferminze. Ihr fehlt der hohe Mentholgehalt, der die Pfefferminze schärfer schmecken und duften lässt. Beide Minzearten sind als Heil- und Hausmittel beliebt. In Parfüms, vor allem in Herrendüften, taucht eher die Grüne Minze auf, besonders gerne in der Kopfnote.

>> Muskatellersalbei/Salbei: Wir kennen Salbei aus der Familie der Lippenblütler als Gewürz für würzige Fleischgericht, etwa Saltimbocca (Kalbsschnitzel mit Salbei). Weil er aber auch herrlich intensiv aromatisch, balsamisch und würzig duftet und eine feine Zitronennote hat, wird er gerne auch in der Aromatherapie und in der Parfümherstellung verwendet. Er wirkt inspirierend und regt die Kreativität an… Beliebte Duftkomponenten sind Bergamotte und Lavendel.

>> Myrrhe/Süße Myrrhe/Opoponax: Das Harz des Balsambaumes wird aufgrund seiner desinfizierenden Eigenschaften vor allem in arabischen Ländern seit Tausenden von Jahren verwendet – für rituelle Balsamierungen und Salbungen sowie als Beimischung zu Räucherwerk wie Weihrauch. Der wunderbar erdige, süßlich-balsamische Wohlgeruch von Süßer Myrrhe (auch Balsam Myrrhe) harmonisiert und wirkt ausgleichend. Besonders gut passt er in Parfüms zu Ingredienzen wie Hölzer, anderen Harzen oder Kräutern. Entschleunigung tut Not? Dann ist Opoponax das Mittel der Wahl!

>> Myrte: Der immergrüne Strauch mit seinen weißen, sternenförmigen Blüten gilt als Symbol für die Unsterblichkeit. Er wächst ausschließlich in mediterranen Gefilden, übersteht sogar Feuersbrünste und kann sage und schreibe bis zu 300 Jahre alt werden. Der frisch-würzige Duft des Myrtenöls aus Blättern und Zweigen erinnert leicht an Eukalyptus.

>> Nagarmotha (Cypriol): Das überaus anregende Nagarmotha heißt zwar Zyperngras, wird aber überwiegend in Indien angebaut. Das Öl wird aus Sprossen und Wurzeln des Duftgrass gewonnen und ist besonders in Herrendüften ein beliebtes Aroma. Wenn ein Mann damit seine Stirn salbt, soll er nachhaltigen Erfolg in der Liebe haben, sagt die Legende. Das Räuchergras duftet angenehm holzig-erdig und lang anhaltend.

>> Nelke: Es gibt wohl kaum bekanntere und symbolträchtigere Blumen als Rosen – und Nelken. Der Gattungsname Dianthus mit seinen 300 Unterarten vereint das griechische Dios (Zeus) mit Anthros (Blume) zur Götterblume. Die Nelke im Knopfloch steht für Dekadenz, die rote Nelke für den Sozialismus, ein Nelkenstrauß für Wertschätzung. Geliebt wird die Nelke aber vor allem für ihren typischen Duft. Parfüms mit Nelken-Absolues sind oftmals oppulent-blumig. Nicht verwechseln sollte man die blumige Note der Nelke mit dem rauchig-harzigen Duft der Gewürznelke, der gerne in markanten Herrenparfüms verwendet wird.

>> Neroli: Weg mit der schlechten Laune! Neroli-Öl aus den Blüten der Bitter-Orange (besser bekannt als Pomeranze) hebt die Stimmung! Das kostbare ätherische Öl, so beschreibt die Aromatherapie, macht ruhig und gelassen und hat viele hautpflegende Eigenschaften. Als Duft harmoniert Neroli wunderbar mit Zitrusfrüchten, Lavendel, aber auch mit holzigen Noten wie Zedern- oder Sandelholz. Manche eigenwilligen Parfümeure kombinieren Neroli mit harzigen Nuancen zu ungewöhnlichen Düften.

>> Opoponax/Süße Myrrhe: Das Harz des Balsambaumes wird aufgrund seiner desinfizierenden Eigenschaften vor allem in arabischen Ländern seit Tausenden von Jahren verwendet – für rituelle Balsamierungen und Salbungen sowie als Beimischung zu Räucherwerk wie Weihrauch. Der wunderbar erdige, süßlich-balsamische Wohlgeruch von Süßer Myrrhe (auch Balsam Myrrhe) harmonisiert und wirkt ausgleichend. Besonders gut passt er in Parfüms zu Ingredienzen wie Hölzer, anderen Harzen oder Kräutern. Entschleunigung tut Not? Dann ist Opoponax das Mittel der Wahl!

>> Orris (Iriswurzel): Orris Root aus dem getrockneten Wurzelstock der Iris ist ein sehr teurer Duftstoff. Denn die Wurzel der Blume muss zunächst bis zu fünf Jahre reifen, bevor das intensiv nach Veilchen riechende Öl in einem aufwendigen Verfahren destilliert werden kann. Dafür hält das Aroma der dickflüssigen „Irisbutter“ ungewöhnlich lange, ohne an Intensität zu verlieren.

>> Orchidee: Was ihren Duft angeht, sind Orchideen sehr eigen. Manche duften gar nicht, andere sehr intensiv – das aber nur zu der Tageszeit, an der ihre Bestäuber wie Schmetterlinge oder Kolibris unterwegs sind. Einige verströmen ein wunderbar vanillig-süßes, andere ein elegant-blumiges, wieder andere ein eher  zitronig-frisches Odeur. Die Orchidee kann also grundsätzlich für unterschiedliche Duftrichtungen stehen. In der Parfümherstellung verleiht die Königin der Blumen meist anmutigen Damendüften eine zarte Blumigkeit. Schon im 5. Jahrhundert vor Christus beschrieb Konfuzius die Orchidee als Blume der Anmut, Eleganz und Schönheit. Die grazil gewachsenen Orchideen gehören zur weltweit verbreiteten, großen Familie der Knabenkräuter. Botaniker kennen heute rund 1.000 Gattungen mit bis zu 30.000 Arten.

>> Oud/ Agarholz: Das Duftharz riecht sehr charakteristisch, ein bisschen gewöhnungsbedürftig, warm, sexy, beinahe animalisch und ist der Inbegriff des erotisierenden Parfüms: Oud. In arabischen Ländern traditionell als Herrenduft verwendet, erkannten westliche Parfümeure seine enorme Kraft erst vor gut einer Dekade. Gewonnen wird Oud aus dem von einem Pilz befallenen Harz des Adlerholzbaumes. Es kostet mehr als Gold: Für gereinigtes Harz zahlen Abnehmer bis zu 50.000 Euro pro Kilo. Aber auch das Kernholz des Baumes riecht angenehm holzig. Es ist das teuerste Holz der Erde.

>> Ozonische Noten: Sauerstoff kann man nicht riechen. Allerdings verbinden wir mit Frische und Luftigkeit gewisse Gerüche. Den Duft klarer Bergluft oder gewaschener Wäsche zum Beispiel. Oder man stelle sich einen Wasserfall vor, der auf felsigen Untergrund trifft. Die aufgewirbelt Luft riecht klar und rein und irgendwie gereinigt. Ozonische Noten vereinen also Aromen, die wir mit diesen Bildern verbinden. Weil sie auch an salzige Seeluft erinnern, korrespondieren ozonische Noten gut mit ozeanischen, maritimen und aquatischen Noten.

>> Indisches Patschuli: Eines ist gewiss: Diesen Geruch erkennt jeder! In den 70er-Jahren war Patschuli-Öl DAS Accessoire der Flower-Power-Generation. Schön dick aufgetragen, möglichst in Verbindung mit Moschus, verströmte es den Duft von Freiheit und Happiness. Jetzt erlebt Patschuli sein Revival. Ob in Kombination mit anderen Ingredienzen oder pur, setzen die Aromaten unserer Zeit verstärkt auf den markanten Wohngeruch des Öls. Erdig, süßlich, exotisch, orientalisch. Gewonnen wird das Öl aus den krautartigen Blättern des Patschuli-Strauchs aus der Familie der Lippenblütengewächse. Man unterscheidet zwischen Indischem und Javanischem Patschuli.

>> Pinie: Der Duft von Pinienwäldern am Meeressaum ist nicht nur für parfum-lounge der Inbegriff des mediterranen Lebensgefühls. So riecht ein Urlaub am Meer. Für die wunderbar krautig-balsamischen Absolues werden sowohl die Nadeln, als auch das Harz des Pinienbaumes (Mittelmeer-Kiefer) verwendet. Es wird gerne in Räuchermischungen verwendet. Pinienharz ist unter dem Namen „Kolophonium“ bekannt. Damit bestreichen Musiker übrigens auch Geigensaiten und Rosshaarbögen, um Ihnen meisterhafte Töne zu entlocken.

>> Petit Grain/Pomeranze: Petit Grain (Übersetzt: kleine Krähe) ist das traditionsreiche, durch Dampfdestillation gewonnene ätherische Öl aus den Blättern und Zweigen des Bitterorangenbaums Pomeranze. Der Baum zählt zu den aromareichsten Orangenarten. Der leicht bittere und frisch-würzige Geruch schärft in der Aromatherapie die Sinne und fördert die Konzentration. Aus der Frucht der Pomeranze gewinnt man übrigens das vor allem in der weihnachtlichen Küche beliebte Orangeat.

>> Reis: Wir geben es zu: Reis gehört zu unseren absoluten Lieblings-Ingredienzen. Reispflanzenwasser oder der Extrakt aus dem Getreide duftet angenehm pudrig, ganz sanft blumig, erdig-nussig, wunderbar süßlich und cremig. Gepaart wird das Aroma gerne mit fruchtigen (Pfirsich), süßen (Vanille, Zimt) oder grünen Nuancen wie Süßgras. Es geht aber auch ganz pur. Auf jeden Fall duftet Reis sehr sinnlich!

>> Rose/Teerose: Im Namen der Rose: Rosenduft steht seit jeher für Leidenschaft und Hingabe. Die Teerose mit ihren großen, eleganten, pastellfarbenen Blüten aus chinesischen Teegärten trat ihren Siegeszug durch Europa im 18.Jahundert an. Und ja, sie duftet tatsächlich nach feinherbem, zartfruchtigem Tee. Umgekehrt wurden manche Teesorten mit den getrockneten Blättern der Teerose veredelt. Als Teerose bezeichnet man übrigens auch ein Bündel getrockneter Teezweige mit Blüten. Mit Wasser überbrüht, wird es zur Herstellung eines besonders kostbaren Tees verwendet.

>> Salbei/Muskatellersalbei: Wir kennen Salbei aus der Familie der Lippenblütler als Gewürz für würzige Fleischgericht, etwa Saltimbocca (Kalbsschnitzel mit Salbei). Weil er aber auch herrlich intensiv aromatisch, balsamisch und würzig duftet und eine feine Zitronennote hat, wird er gerne auch in der Aromatherapie und in der Parfümherstellung verwendet. Er wirkt inspirierend und regt die Kreativität an… Beliebte Duftkomponenten sind Bergamotte und Lavendel.

>> Sandelholz: Sandelholz-Öl klingt in fremden Sprachen noch exotischer: „Essence de santal“, nennen es die Franzosen, „Oli of sandel wood“ wirkt im Englischen wunderbar romantisch, die Italiener lieben ihr „Legno di sandalo“. Das Öl, extrahiert aus dem weißen Holz des immergrünen Baumes, ist eine kostbare Rarität. Denn echtes, naturreines Sandelholz-Öl ist selten. 250 Milliliter kosten auf dem freien Markt rund 1.800 Euro. Dafür besitzt reinstes Oleum Santali wunderbare Eigenschaften: In der Aromatherapie wirkt es antiseptisch und euphorisierend und verleiht der Seele Auftrieb. Der unverwechselbare und sehr angenehme Geruch ist holzig-samtig und ein wenig süßlich. Man kennt ihn beispielsweise auch Räucher-Mischungen oder Raumdüft-Buketts.

>> Schwarze Orchidee: Die schwarze Orchidee ist eigentlich gar nicht schwarz, sondern nur sehr, sehr tiefdunkelrot oder -violett. In der asiatischen Kultur steht die dunkle Schönheit für Jugendlichkeit und Lebenskraft und wird gerne an ältere Menschen verschenkt. Ihr Odeur erinnert an Hyazinthen. Verewigt wurde die seltene Pflanze bereits 1928 in der gleichnamigen Opern-Groteske von Eugen d’Albert sowie in einem berühmten US-amerikanischen Spielfilm von 1958 mit Sophia Loren und Anthony Quinn in der Titelrolle.

>> Sillage: Mit dem eher modernen Begriff Sillage wird die Duftwolke eines Parfüms bewertet, die am längsten im Raum oder auf der Haut zu erfassen ist. Bei Champagner würde man „Abgang“, bei Tönen Nachklang oder Nachhall sagen. Richtig übersetzt aus dem Französischen bedeutet Sillage so viel wie Heckwasser oder Kielwasser – die Spur auf dem Meer, die noch lange zu sehen ist, auch wenn das Schiff längst außer Sichtweite ist. Je stärker die Sillage, desto intensiver und lang anhaltender ist die Basisnote eines Duftwassers.

>> Softact: Das Duftherstellungsverfahren ist eine Weiterentwicklung der Extraktion. Dabei wird statt Lösungsmitteln flüssiger Kohlenwasserstoff durch die Pflanzenteile oder andere Duftträger geleitet.

>> Tabak: Sehr männlich! Es gehört seit Jahren zu den beliebtesten Duftnoten in markanten, klassischen Herrenparfüms: das süßliche, warm-herbe Resinoid aus den getrockneten Blättern der Tabakpflanze. Ergänzt wird es durch das blumigere Absolue der Blüten des Dufttabaks. In Kombination mit anderen Ingredienzien wie Vanille, Harz, Moos oder Holz entstehen jeweils sehr unterschiedliche, aber immer maskuline Tabak-Duftkreationen, die gerne auch für moderne Unisex-Parfüms verwendet werden.

>> Talk/Talcum: Das hydratisierte Magnesiumsilikat Talk (Talcum) findet in der Kosmetik vielfach Verwendung. Etwa als wirksamer Puder bei Deodorants, Rouge oder Lidschatten oder – aufgrund seines unnachahmlichen Geruchs – in Parfüms. Talcum ist ein beliebter Trägerstoff, weil er den Duft einschließt und umhüllt.

>> Tiaré: Tiaré ist das traditionelle Schönheitsgeheimnis polynesischer Frauen. Das Elixier aus der üppig blühenden und intensiv duftenden Strauchpflanze hat überragende Pflegeeigenschaften für Haut und Haar. Die prächtig blühende Tahiti Gardenie Tiaré, die in ihrer Heimat als Nationalpflanze gilt, riecht angenehm süßlich – wie eine Mischung aus Gardenien und Apfelblüten.

>> Timberol: Ist ein sehr hochwertiger Duftkraftverstärker auf synthetischer Basis. Er trägt das Aroma von prägnanten Ambernoten. Sanft, warm, intensiv – und vor allem lang anhaltend! Dabei aber sehr naturnah.

>> Tonkabohne: Eigentlich ist die Tonkabohne gar keine Bohne, sondern der Samen des Toncabaumes, der in Südamerika und Afrika angebaut wird. Der Kern wird aus der Frucht entnommen, in Rum eingelegt und anschließend getrocknet und fermentiert. Kaum ein Gewürz hat ein so betörendes, intensives Aroma wie der mandelförmige Samen. Fein gerieben, duftet er nach Vanille, Schokolade, Rum und Bittermandeln, aber auch fein-herb nach Zimt und Muskat. Dafür sorgt der Pflanzenstoff Cumarin. Das Aromaöl aus der Tonkabohne gilt als stresslindernd und erotisierend. Weil die Südamerikaner an die magischen Kräfte der Tonkabohne glauben, tragen sie den Samen als Amulett oder als Glücksbringer in der Geldbörse. Der Duft weckt Erinnerungen? Kein Wunder: Schon unsere Großväter mochten den aromatischen Geruch und mischten Tonkabohnen in ihren Pfeifentabak, und die Großmütter versüßten mit dem Gewürz den Christstollen.

>> Tuberose: Das Absolue aus den weißen Blütenrispen der Tuberose (Nachthyazinthe) ist eines der teuersten ätherischen Öle: Schwer, sinnlich, süß und beinahe hypnotisierend wird es nur ganz fein dosiert und veredelt den Duft normaler Hyazinthen, Narzissen und anderer Zwiebelblüher. In der Aromatherapie wirkt es vor allem aphrodisisch. Die Tuberose stammt ursprünglich aus Mexiko.

>> Vanille: Die Königin der Gewürze: Eine Duft- und Geschmackswelt ohne süß-warme Vanille ist kaum vorstellbar! Das Mark der fermentierten Schoten (aus den Beeren) der Orchideenpflanze gehört zu den beliebtesten Gewürzen überhaupt. Das Aroma passt wunderbar zu blumigen und fruchtigen Akkorden, harmoniert aber auch mit holzigen Noten und gibt vielen Parfüms eine balsamische Tiefe. Deshalb findet sich Vanille meist in der Basisnote. In der Aromatherapie steht Vanille für Ruhe und Ausgeglichenheit. Die aromatische Gewürzvanille wird unter den Namen Bourbon- oder mexikanische Vanille gehandelt. In Parfüms findet sich überwiegend das intensivere Aroma der Tahiti-Vanille.

>> Veilchen/Violet: Duftveilchen mit ihrer Unterart Stiefmütterchen blühen in vielen verschiedenen Farben und sind als Gartenpflanze gleichermaßen beliebt wie als Hausmittel gegen Erkältungskrankheiten und als Duftelixier. Als Absolue verwendet man sowohl die Blätter (frisch-herb wie Gras), als auch die Blüten. Sie duften einzigartig blumig-süß mit einem holzigen Akkord. Deshalb werden Veilchenblüten gerne bei Herrendüften eingesetzt. Wird als Duftnote „holzig-blumig“ genannt, sind meist Veilchen im Spiel. Übrigens: Spricht man von Veilchenwurzeln (etwa als Zahnungshilfe für Babys), sind die Wurzeln der Iris (Schwertlilie) gemeint.

>> Vetiver: Herb, holzig, grün-würzig und auf jeden Fall exotisch: Das tropische, ursprünglich aus Asien stammende Süßgras Vetiver (auch Vetyver) ist eine beliebte Duftkomponente in Parfüms und wird auch als ätherisches Öl in der Aromatherapie eingesetzt. Die Grashorste haben einen Durchmesser von etwa 30 Zentimetern und wachsen in einer Höhe von bis zu 1,50 Metern.

>> Viburnum/Duft-Schneeball: Der Zierstrauch mit seinen ausladenden Zweigen aus der Familie der Moschuskrautgewächse ist das ganze Jahr über ein schöner Blickfang in Parks und Gärten. Im Sommer (und bei manchen Arten sogar in milden Wintern) zeigen sich die kugelrunden, duftenden Blüten, im Herbst leuchtet das Laub und später kommen tiefrote (giftige) Früchte dazu. Die Gattung des Duft-Schneeballs kommt ursprünglich aus China. In der Homöopathie wird Viburnum vor allem in der Frauenheilkunde eingesetzt.

>> Weihrauch/Incense: Lange Zeit stand Weihrauch als Sinnbild für die Gegenwart Gottes. Das Harz des Weihrauchbaumes gilt seit Jahrtausenden als kostbar, die drei Heiligen Könige legten es Jesus zu Füßen. In diesem Jahr nun erlebt orientalischer Weihrauch seine Wiedergeburt in der großen, weiten Welt der Düfte. Avantgarde-Parfümeure lieben die markante Ingredienz besonders als Basisnote. Denn vermischt mit frischen Zitrusdüften und holzigen Aromen schafft das sakrale Räucherwerk mit seiner harzig-schweren Note den Sprung auf die ersten Ränge der Parfüm-Hitlisten in Mailand, Paris, London, Tokio und Berlin. Wer Incense-Düfte als letztes, aber wichtigstes Accessoire trägt, unterstreicht sein Stilgefühl!

>> Weißes Moos/Irish Moss: Irish Moss ist eigentlich kein Moos. Gemeint ist aus dem Ozean angespülter Knorpeltang, der einen ganz besonderen, intensiven Duft nach Sand und Meer verströmt. So besonders, dass sogar eine ganze Kosmetikserie nach Irish Moss benannt ist. Bei Herren-Parfüms wird der Duft von Natur und Freiheit gerne mit hölzernen und erdigen Noten kombiniert.

>> Ylang-Ylang: Schon der Name klingt exotisch, und der Ylang-Ylang-Baum ist es auch: Denn hauptsächlich werden die edlen Blüten des ursprünglich malaysischen Baumes auf den Komoren und auf Madagaskar geerntet und zu einem charakteristisch süß-blumig-holzig riechenden Öl verarbeitet, das gerne auch in der Aromatherapie Verwendung findet. Der überaus feminine Geruch soll, so heißt es, auf Männer eine aphrodisische Wirkung haben. Ylang-Ylang bedeutet so viel wie „Blume der Blumen“.

>> Zimt: Schon das gesprochene Wort ZIMT klingt leidenschaftlich und vielversprechend. So auch der Duft der getrockneten Rinde des Zimtbaums und den getrockneten Blüten. Das herrlich aromatische geriebene Pulver wird laut Überlieferung schon seit mehr als 4.000 Jahren verwendet – als Medizin, als Aphrodisiakum, als Räucherwerk und dann als Gewürz. Seinerzeit galt kostbarer Zimt als Währung. Das ätherische Öl aus Rinde und Blättern des Baumes ist eine hochgeschätzte Beimischung zu allen Gourmand-Parfüms. Hier gehört Zimt zu Vanille wie Sahne zum Erdbeerkuchen und der Weihnachtsbaum zum Fest. Apropos: Kaum ein anderer Duft erinnert so sehr an Weihnachten wie Zimt!